Archiv für Juni 2013

Wolfgang Grams vor 20 Jahren in Bad Kleinen erschossen

Heute am 27. Juni jährt sich der Tod von Wolfgang Grams zum 20. mal.

Im bürgerlichen Diskurs und den Medien wurde von “Erschießung” sowie von “Tod unter ungeklärten Umständen” gesprochen.
Deutsche Gerichte haben damals ein endgültiges Urteil “Selbstmord” gefällt.
Dem gilt es die existierenden Fakten entgegen zu setzen. Vor 20 Jahren, am 27. Juni 1993, schlug das Bundeskriminalamt und die GSG9 in Bad Kleinen gegen die Rote Armee Fraktion (RAF) mit aller Härte zu. Wolfgang Grams wurde laut Aussagen von Zeugen von zwei GSG 9- Beamten mit einem aufgesetzten Kopfschuss hingerichtet.
Wir sagen: Auch nach 20 Jahren darf der Mord an Wolfgang Grams nicht vergessen werden und die Vertuschungsmethoden der Behörden müssen aufgezeigt werden.
Wir vergessen nichts – Wir vergeben nichts!

Das Debakel um die EBS in Wiesbaden

Das Debakel um die EBS in Wiesbaden

Die European Business School (EBS) wird gerne als „Eliteuni“ bezeichnet. Was für eine „Elite“ soll das denn sein? Das Studium hängt hier ganz allein vom Geldbeutel der Eltern oder anderer wohlhabender Gönner ab. 12.000 Euro und mehr kostet das Studium an der EBS im Jahr. Wer hier studiert kann auf einen Führungsposten in einem größeren Monopolbetrieb hoffen. Die Hochschule ist eng verwoben mit dem internationalen Finanzkapital. Denn die Studierenden sollen nach dem Studium Hauptstützen des herrschenden kapitalistischen Systems werden.

EBS und Wiesbaden
Wer an einer staatlichen Hochschule studiert oder auf eine öffentliche Schule geht kennt das Problem von überfüllten Hörsälen, veralteten Lehrmaterial und überforderten Lehrkräften. Hier bedarf es dringend finanzieller Mittel. Das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden verwendet das Geld lieber für Prestigeobjekte, wie die EBS und spart am Etat der staatlichen Hochschulen. Allein dafür, dass die EBS ihren Sitz nach Wiesbaden verlegte zahlte die Stadt Anfang 2009 drei Millionen Euro. Dafür, dass die EBS ihre juristische Fakultät in Wiesbaden errichtet stellte ihr das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden 50 Millionen Euro zu Verfügung. Dies geschah, obwohl in einem Grundsatzbeschluss der Hochschulrektorenkonferenz festgelegt ist, dass private Hochschulen nur aus öffentlichen Mitteln gefördert werden dürfen, wenn sie ein neuartiges Studienangebot unterbreiten. Aber was tut die Stadt Wiesbaden nicht alles um sich endlich „Unistadt“ nennen zu dürfen.

Skandal um die Finanzierung
Seit Monaten gibt es jetzt aber Auseinandersetzungen in der Stadt, um die mehr oder weniger offene Finanzierung der EBS. Die Stadt Wiesbaden finanziert sie, in dem sie etliche unnütze Gutachten bei der EBS in Auftrag gab. Die EBS gab die Millionen Euro aber nur teilweise für den Zweck aus, für die diese gedacht waren. Immer wieder wurden Veruntreuungen der Gelder bekannt.

Da wundert es auch nicht, dass der ehemalige Präsident der EBS 180.000 Euro aus der EBS in seine eigene Firma geleitet haben soll. Daraufhin musste er gehen.
Trotz der überaus netten Zuwendung von Steuergeldern wurde Ende Mai 2013 bekannt, dass die EBS die Miete von einem Gebäude nicht mehr zahlen kann, so dass sie Mietstundung erhalten haben.
Die Masse der Menschen braucht private Hochschulen nicht. Skandalöse Finanzierung durch öffentliche Gelder stoppen – EBS dichtmachen!

Bildung als Klassenfrage
Das Problem des Bildungssystems in Deutschland liegt aber sicherlich nicht (nur) an privaten Schulen und Hochschulen, sondern es ist grundlegender. Bildung ist in einer kapitalistischen Gesellschaft ganz den Interessen des internationalen Monopolkapitals unterworfen. Das Ziel des Bildungssystems ist es nicht kritische und selbstdenkende Menschen hervorzubringen. Das Ziel ist die Diktatur des internationalen Finanzkapitals über die internationale Arbeiterklasse aufrecht zu erhalten. Dazu braucht es Hauptstützen ihrer Herrschaft, aber auch gut ausgebildete Fachkräfte für die internationale Produktion. Bildung spielt dabei eine große Rolle. Durch die Trennung von Hand und Kopfarbeit, durch Verschleierung der Hauptwidersprüche des Kapitalismus, durch Förderung des Karrierismus und Egoismus und durch modernen Antikommunismus wird in Schule und Universität versucht die Schüler und Studenten zu beeinflussen.


Die Bildungsfrage kann nicht losgelöst vom gesellschaftlichen System betrachtet und kann nur durch eine revolutionäre Umwälzung gelöst werden!

Rotes Westend #2 erschienen!

Die 2. Ausgabe des Roten Westends ist da!
Liebe Leser in der Juni Ausgabe des Roten Westends gehen wir natürlich auf die Blockupy- Aktionstage eingehen. Diesmal gibt es auch einen Artikel zum Debakel um die EBS in Wiesbaden und die Bildung in der kapitalistischen Gesellschaft. Außerdem wollen wir kurz auf die Ereignisse zum Tod von Wolfgang Grams von vor 20 Jahren eingehen.
Jetzt wünschen wir euch viel Spaß und bei Kritik oder Themenvorschlägen meldet euch unter: redaction.wiesbaden@ gmx.de

Rotes Westend